Artenkenntnis
Vermittlung an der ANL
Das Wichtigste in Kürze
Nur was man kennt, kann man auch schützen. Die ANL fördert gezielt das Verständnis für heimische Pflanzen, Tiere und Lebensräume, damit biologische Vielfalt in Bayern langfristig erhalten bleibt.
Wozu?
Eine gute Artenkenntnis ist das zentrale Fundament für jeden wirksamen Naturschutz. Sie ist essenziell für die
- Zustandsbewertung: Arten dienen als Bioindikatoren. Ihr Vorkommen oder Fehlen gibt direkten Aufschluss über die Qualität und den Zustand von Ökosystemen.
- Maßnahmenplanung: Für gezielte Schutzkonzepte müssen die spezifischen Ansprüche der lokalen Flora und Fauna bekannt sein, um Lebensräume effektiv zu entwickeln.
- Monitoring: Um den Erfolg von Naturschutzmaßnahmen zu überprüfen, ist eine langfristige und präzise Erfassung der Bestandsentwicklung notwendig.
Für wen?
Die Kurse der ANL richten sich an ein breites Spektrum von Akteuren, die professionell oder ehrenamtlich mit Natur und Landschaft befasst sind:
- Fachpersonal: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Naturschutzbehörden, Planungsbüros oder Landschaftspflegeverbänden.
- Multiplikatoren: Lehrkräfte, Umweltbildner oder sonstige Multiplikatoren, die Artenkenntnis vermitteln.
- Ehrenamtliche: Naturbegeisterte, die als ehrenamtliche Beraterinnen und Berater die Naturschutzbehörden unterstützen.
Was wird in den Kursen vermittelt?
Das Programm umfasst sowohl theoretische Grundlagen als auch intensive Praxis:
- Bestimmungskompetenz: Systematische Einführung in verschiedene Organismengruppen (beispielsweise Vögel, Amphibien oder spezifische Insektengruppen wie Laufkäfer) mit Bestimmungsübungen und Feldarbeit.
- Methodik: Vermittlung von Methoden der Kartierung und Bestandserfassung sowie Kenntnisse zu relevanten gesetzlichen Regelwerken.
- Ökologie & Lebensraumansprüche: Nur in Verbindung mit den entsprechenden Kenntnissen können Organismengruppen wirkungsvoll geschützt werden.
Wo?
Die Veranstaltungen finden häufig in Laufen, teilweise aber auch an externen Standorten statt.
Machen Sie mit: Lernen, entdecken, vernetzen — und aktiv zum Schutz unserer Natur beitragen.
Wissen – Qualifizieren – Zertifizieren für Artenvielfalt
Unter diesem Motto bietet die ANL als Akademie im Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU) Zertifikats-Prüfungen und dafür qualifizierende Kurse an. Die Dachorganisation des BANU legt in Abstimmung mit Fachexperten aus ganz Deutschland bundesweit einheitliche Inhalte und Standards für drei Niveaustufen, Bronze, Silber und Gold fest. Die Umsetzung des Programms sowie die Schwerpunktsetzung liegen in der Verantwortung der einzelnen Länder-Akademien.
Organismengruppen
Für folgende Organismengruppen liegen Kurs-Curricula und Prüfungsanforderungen vor:
- Feldbotanik
- Herpetofauna
- Vögel
- Tagfalter und Widderchen
- Libellen
- Fledermäuse (in Arbeit)
- Wildbienen (in Arbeit)
Zertifikatstufen
Das BANU-Zertifikat Bronze weist Artenkenntnis im Einstiegsbereich nach. Für die Stufen Silber und Gold sind zunehmend Bestimmungskompetenz, sowie biologische und ökologische Kenntnisse erforderlich. Das setzt in der Regel eine mehrjährige Beschäftigung und Erfahrung mit der jeweiligen Tier- oder Pflanzengruppe voraus. Das BANU-Zertifikat Gold weist dann eine weitreichende Qualifikation für die berufliche Praxis nach. Auch spezielle Methodenkurse und Methodenzertifikate werden in manchen Organismengruppen angeboten. Der Einstieg in die Niveaustufen kann individuell gewählt werden, es gibt keine Zugangsvoraussetzungen für Kurse oder Prüfungen.
Termine
Alle Kurs- und Prüfungstermine der Akademien finden Sie im Veranstaltungskalender des BANU.
Weitere Kursangebote von externen Anbietern geben wir hier bekannt.
Förderung der Artenkenntnis in der Naturschutzverwaltung und darüber hinaus
Auch in der administrativen Naturschutzarbeit sind das Erkennen von Arten und das Wissen über ihre Ökologie und Lebensraumansprüche unerlässlich. Das gilt beispielsweise wenn Eingriffe geplant, Roten Listen erstellt, gesetzlich geschützte Flächen angesprochen oder Biodiversitäts- und Renaturierungsprojekte geplant und umgesetzt werden sollen. Deswegen bieten wir Aus- und Weiterbildungen an, die sowohl die Artenkenntnis, mögliche Schutzmaßnahmen aber auch den Umgang mit Gutachten vermitteln. Zielgruppen sind vor allem die Kolleginnen und Kollegen der Naturschutz-Behörden, aber auch Planerinnen und Planer sowie weitere Interessierte.
Organismengruppen und Themen
Folgende Organismengruppen und Themen finden Sie regelmäßig in unserem Angebot. Darüber hinaus bieten wir einige weitere Artengruppen unregelmäßig und in größeren Abständen an. Unser aktuelles Angebot finden Sie im Veranstaltungskalender.
Jährlich:
Amphibien und Reptilien
Fledermäuse
Vögel
Wildbienen
Gräser
Biotope erfassen und bewerten
Alle 2 Jahre:
Kleinsäuger
Tagfalter
Libellen
Ackerwildkräuter
Alle 3 Jahre:
Heuschrecken
Laufkäfer
Schwebfliegen
Schnecken und Muscheln
Moose
Förderung der Artenkenntnis bei Jugendlichen: „Artenkenntnis-Wochenenden“
Die Studie Erosion der Artenkenntnis zeigt nicht nur den Rückgang von Artenkennerinnen und Artenkennern, sondern auch dass viele der späteren Expertinnen und Experten für Artenkenntnis bereits frühzeitig mit der Natur in Kontakt kamen und die Naturbeobachtung im Kindes- und Jugendalter bereits eine entscheidende Rolle für die Entwicklung von Artenkenntnis spielt. Angesichts des schwindenden Interesses an diesem Thema ist es notwendig, dass auch Akteure außerhalb des direkten Umfelds von Jugendlichen und jungen Erwachsenen diese Aufgabe übernehmen.
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) hat daher bereits 2019 die Kampagne „Jugend trifft Biodiversität“ ins Leben gerufen, um an Artenkenntnis interessierte Jugendliche und junge Erwachsene zu fördern. Aktuell organisiert die NAJU, im Auftrag der ANL und gefördert durch das StMUV, jährlich ein Artenkenntnis-Wochenende. Hierbei kommen 70 bis 100 Jugendliche und junge Erwachsene zusammen, die ein spezielles Interesse an Artenvielfalt und Naturschutz haben.
Das Wochenende umfasst Exkursionen und Bestimmungsabende, wobei neben der Vermittlung von Fachwissen auch die Vernetzung der Teilnehmenden im Vordergrund steht. Diese Veranstaltungen gehen bewusst über die Inhalte der Umweltbildung hinaus und bestärken die Jugendlichen in ihrem Interesse, sie werden angeregt, sich intensiver mit verschiedenen Organismengruppen zu beschäftigen. Zusätzlich zu den Wochenend-Veranstaltungen finden ein- bis zweijährlich eintägige Praxis-Workshops statt, in denen die Teilnehmenden der Wochenenden und weitere Interessierte eingeladen sind, praktische Kartier- und Erfassungsmethoden für ausgewählte Organismengruppen zu vertiefen.
Das Projekt „Artenkenntnis-Wochenenden“ läuft von 2024 bis 2028.
Das jährliche Artenkenntnis-Wochenende sowie die Praxis-Workshops kündigen wir in unserem Veranstaltungskalender an. Von dort können Sie sich auch anmelden.
Veranstaltungen
Alle Veranstaltungen zu diesem Thema finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
Ansprechpartner

Fachliche Schwerpunkte:
- Stellvertretende Fachbereichsleiterin
- Artenkenntnis und Biodiversität, Schwerpunkt Botanik und Vegetationsökologie
- Aufbau von Netzwerken sowie Koordination der Aus- und Fortbildung von Artenkenner:innen, Zusammenarbeit mit BayAZ und mit den Verbänden
- Koordinatorin Team „Artenkenntnis“
- Projektleitung „Bundesweite Koordination BANU-Artenkenntnis„ sowie Umsetzung in Bayern

Fachliche Schwerpunkte:
- Redaktionsleitung der Zeitschrift Anliegen Natur; Anleitung der Assistentin der Redaktion
- Ansprechpartner zu den Fachthemen Zoologie und zoologische Artenkenntnis, speziell Wildbienen, Vögel und Schwebfliegen
- Fachliche und redaktionelle Mitarbeit/Unterstützung/Betreuung bei ANL-Publikationen
- Unterstützung bei Betrieb und inhaltlicher Betreuung der Webseite
- Entwicklung, Durchführung und Kommunikation anwendungsorientierter Forschungsprojekte (national/international)
- Wissenstransfer in die Praxis: Aufbereitung von Ergebnissen aus der angewandten Forschung; Kommunikation über Veranstaltungen (national/international) und Medien

Fachliche Schwerpunkte:
- Artenkenntnis und Arten- und Lebensraumschutz, Schwerpunkt Botanik und Vegetationsökologie
- Koordinator Team „Weiterentwicklung digitale Lehr- und Lernmethoden“
- Konzeption und Begleitung komplexer digitaler Veranstaltungen
- Projektleitung „Lehrgangsbegleitmaterialien“









